Tolles Projekt der Schweizer, was nach Unterstützung sucht

Ein von der Bevölkerungsstruktur her repräsentatives schweizer Dorf möchte ein echtes Grundeinkommen testen und benötigt zur Realisierung Unterstützung, da es durch Spenden finanziert werden soll. Mehr dazu  hier oder hier:

 

2 thoughts on “Tolles Projekt der Schweizer, was nach Unterstützung sucht”

  1. Ob das Projekt wirklich „toll“ und somit unterstützenswert ist, sollte man m.E. noch genauer hinterfragen. Denn es ist wohl eher kein „echtes“ Grundeinkommen. Schon die Frage, ob es überhaupt den vier Kriterien entspricht, die vom Netzwerk und Bündnis Grundeinkommen für ein bedingungsloses Grundeinkommen gefordert werden, ist sehr kontrovers zu beantworten. Zur Erinnerung: Alle eigenen Einkünfte (aus Arbeit und Lohnersatzleistungen) werden zu 100% mit dem vorab erhaltenen „Grundeinkommen“ verrechnet, erst der 2501. Franken erhöht das monatliche Gesamteinkommen – und die Teilnahme (selbst einzelner Familienmitglieder) ist freiwillig. Es ist zu befürchten, dass dieses Projekt nur die Vorurteile gegen das BGE bestätigt: Es wird keiner mehr arbeiten, der in Rheinau ein Grundeinkommen bezieht, weil es sich schlichtweg nicht lohnt. (Die Höherverdienenden werden sich voraussichtlich nicht am Projekt beteiligen.)

  2. Lieber Joachim,
    danke für deinen Kommentar. Ich versuche deine Argumente einmal aufzugreifen.

    Wenn ich die vier Kriterien des Netzwerkes betrachte,

    1. die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen,
    2. einen individuellen Rechtsanspruch darstellen sowie,
    3. ohne Bedürftigkeitsprüfung und
    4. ohne Zwang zu Arbeit oder anderen Gegenleistungen garantiert werden,

    würde ich bewerten, dass diese erfüllt wären. Zu 1. , die Höhe vs. schweizer Verhältnisse wäre natürlich genauer zu betracheten. Was mir persönlich nicht gefällt, ist die Abstufung nach Lebensalter, was Punkt zwei berühren könnte.

    Das von dir weiter genannte Argument, dass bis zur Höhe des Grundeinkommens alle Leistungen verrechnet werden, halte ich nicht für disqualifizierend. 2.500 Franken sind (bei Beziehern mit einem Alter von 25 Jahren) garantiert, egal welches Einkommen ihnen sonst zur Verfügung stünde. Das heißt für mich auch, Besserverdiener (Verdienst >2.500 Franken) würden nicht in den Genuß kommen, solange sie diesen entsprechend hohen Verdienst hätten. Verlieren sie diesen, würden sie weiterhin mit 2.500 Franken abgesichert sein.

    Wo widerspricht das unserem Verständnis eines BGE?

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